Das Prinzip des Kapitalismus

Hast Du Dich schon einmal gefragt, warum unsere Wirtschaft immer weiter wachsen muss? Das heißt, warum es von Allem immer mehr zu kaufen geben muss und warum immer mehr von Allem gekauft werden muss?

Der Grund liegt im Prinzip unseres Wirtschaftssystems, dem Kapitalismus und unserer moralischen Verfassung.

Unsere Wirtschaft basiert auf dem Kredit- und Zinsprinzip. Das heißt, wir leihen uns Geld von jemanden, um uns unsere Bedürfnisse zu erfüllen und zahlen ihm dafür mehr Geld zurück, als wir uns geborgt haben. Dieses mehr an Geld, was wir zurückzahlen, nennt man Zins. Das funktioniert im Großen (zwischen Banken und großen Firmen) wie im Kleinen (von Mensch zu Mensch).

Die Kontrollinstanz für die Wirtschaft einer Gesellschaft im Kapitalismus ist eine sogenannte Zentralbank. Dies ist die oberste Bank. Sie hat drei Kernfunktionen:

  1. Nur sie hat das Recht, für ihren Wirtschaftsraum Geld herauszugeben.
  2. Sie vergibt Kredite an die Privatbanken in ihrem Wirtschaftsraum.
  3. Sie bestimmt, wieviel Zinsen die Privatbanken in ihrem Wirtschaftsraum für die bei ihr aufgenommen Kredite bezahlen müssen.

Nun gibt es ein Problem. Da durch den Zins (das zusätzlich gezahlte Geld), immer mehr Geld entsteht, muss es im gleichen Zug auch immer mehr Dinge geben, die man dafür kaufen kann. Entstehen nicht zur selben Zeit mehr Dinge, die man für das Mehr an Geld kaufen kann, steigen die Preise, da es mehr Geld als kaufbare Dinge gibt. Das nennt man dann Geldentwertung (Inflation).

Man nennt es übrigens Geldentwertung, weil die dritte Kernfunktion des Geldes, die Wertspeicherung darunter leidet, dass man mehr Geld für eine Sache bezahlen muss, wenn es mehr Geld als Dinge gibt, die man damit kaufen kann. Denn man bekommt nun für das gesparte Geld nicht mehr so viele kaufbare Dinge wie vor der Geldentwertung.

Da die meisten Menschen mit Dingen, die sie nichts kosten, entsprechend achtlos umgehen, kostet in unserer Gesellschaft Alles etwas.