Was ist Geld?

Geld ist nichts Natürliches. Es ist wie vieles Andere eine Erfindung des Menschen. Die Idee des Geldes wurde über einen langen Zeitraum von mehr als zehntausend Jahren immer weiter verfeinert und den Bedürfnissen der Menschen angepasst.

Dabei ist zu erkennen, dass Geld drei Funktionen erfüllt. Es dient uns als Tauschmittel, als Wertmaßstab sowie als Wertspeicher.

Das Geld als Tauschmittel

Lange bevor das Geld seine eigene Gestalt in Form von Banknoten und Münzen bekam, dienten verschiedene haltbare Waren zur Verkörperung der Geldes. So wurden dafür zum Beispiel Kakaobohnen oder Muscheln genommen. Am meisten aber wohl Nutztiere wie Kühe oder Ziegen. Die Eigenschaft des Geldes als Tauschmittel ist untrennbar mit seiner Eigenschaft als Wertmaßstab zu sehen.

Das Geld als Wertmaßstab

Wenn viele Menschen untereinander immer wieder die gleichen Dinge tauschen, unterhalten sie sich natürlich auch darüber. Und da die Menschen sich gern untereinander vergleichen, haben sie das Geld erfunden, um ihre Tauschgeschäfte besser miteinander vergleichen zu können. Denn wenn ein Mensch zehn Kürbisse gegen einen Bienenvolk tauscht, und ein anderer ein Bienenvolk gegen zwanzig Äpfel, läßt sich das nicht oder nur sehr schwer vergleichen. Tauscht aber ein Mensch ein Bienenvolk gegen zwölf Muscheln und der andere tauscht ein Bienenvolk gegen fünfzehn Muscheln, läßt sich das gut vergleichen.

Das Geld als Wertspeicher

Die Funktion des Geldes als Wertspeicher ist wunde Punkt in der Idee des Geldes. Denn er steht im Widerspruch mit den beiden Funktionen Tauschmittel und Wertmaßstab. Der Wert des Geldes bestimmt sich aus dem Verhältnis von der vorhandenen Menge Geld zur vorhandenen Menge tauschbarer Dinge. Wenn immer mehr tauschbare Dinge entstehen, das Geld aber nicht zunimmt, werden die Dinge immer billiger. Da es ja viel mehr Dinge als Geldeinheiten gibt. Deswegen können die Menschen nur weniger Geldeinheiten pro Ding tauschen. Der Wert des Geld steigt also.

Wenn es aber immer mehr Geldeinheiten als tauschbare Dinge gibt, werden die Dinge immer teurer. Denn die Menschen können nur weniger Dinge pro Geldeinheit tauschen. Der Wert des Geldes wird also weniger. Je mehr sich das Verhältnis der vorhandenen Geldmenge zur vorhandenenen Menge tauschbarer Dinge von der Ausgewogenheit hin zu den Extremen (viel zu viel Geld für zu wenig tauschbare Güter oder viel zu wenig Geld für tauschbare Güter) verschiebt, umso wahrscheinlicher ist der Zusammenbruch des Geldsystems einer Gesellschaft.

Der Monetarisierungsgrad besagt, wie stark eine Gesellschaft von der Idee des Geldes bestimmt wird.